PRESSSEMITTEILUNG – Wasapark-Planung in städtische Hand!

Keine alte Bausünde durch eine neue ersetzen – das ist das Ziel eines Antrags der Fraktion Bürgerforum.Grüne.SPD für den Radebeuler Stadtrat. Inhalt: Aufhebung des aktuellen Planverfahrens für den Wasapark. Stattdessen soll die Stadt einen städtebaulichen Wettbewerb zur Wohnbauentwicklung des Bürostandorts anstrengen – möglichst gemeinsam mit dem Vorhabenträger.

Eine „Bausünde par excellence“ nennt der Antrag, der von SPD-Stadtrat Thomas Gey und Grünen-Stadtrat Albrecht Bolza-Schünemann formuliert wurde, den in den 1980er Jahren entstandenen Wasapark: 22.000 Quadratmeter Bürofläche, die heute zu großen Teilen ungenutzt sind. Dieser Plattenbaukomplex soll nach dem Willen der Eigentümer, einer spanischen Investorenfamilie, zum Teil im Bestand erhalten werden, nämlich der Riegel an der Meißner Straße als Lärmschutz, zum Teil mit 13 neuen Gebäuden mit ca. 150 Wohnungen bebaut werden: Insgesamt 16.000 Quadratmeter Wohn-/Nutzfläche. Die Neubauten wären zwar im Einzelnen kleiner als die jetzigen Hochhäuser, aber die Bebauung wäre dichter. Heute offene Flächen würden mit Tiefgaragen oder Erschließungsstraßen versiegelt. Es bliebe nicht einmal genügend Raum für einen Spielplatz.

Thomas Gey zur Begründung: „Das eindeutig negative Ergebnis der frühzeitigen Bürgerbeteiligung zwingt uns zu einer Neubeurteilung des Vorhabens. Ein Übergehen der Kritik aus der Bürgerschaft würde ernsthafte Zweifel an der Legitimität des Planverfahrens nach sich ziehen.“ Die Bürgerbeteiligung von Mai/Juni 2019 brachte auf 55 Seiten 35 überwiegend kritische Stellungnahmen.  Fraktionschefin Eva Oehmichen ergänzt: „Wenn wir uns den Forderungen der Investoren beugen, geben wir faktisch unsere städtische Planungshoheit auf. Das sollten wir aus Glasinvest gelernt haben.“

„Um aus der Sackgasse herauszukommen, muss die Stadt eigene Vorstellungen entwickeln und zur Aufstellung eines kommunalen Bebauungsplans zurückkehren“, heißt es in der Antragsbegründung. Die Lösung: Ablösung des vorhabenbezogenen durch einen kommunalen Bebauungsplan nach Baugesetzbuch. Darin sind kommunale Vorgaben möglich bezüglich Baudichte, Gebäudehöhe, für Spielplätze und Grünanlagen. Nicht zuletzt soll geprüft werden, ob nicht mindestens 30 Prozent des neu entstehenden Wohnraums Sozialwohnungen sein sollen.

Und wenn der Investor nicht mitspielt und schmollend alles beim Alten lässt? „Das Risiko müssen wir eingehen“, sagen Oehmichen und Gey einhellig. „Der Wasapark ist ohne Zweifel ein Schandfleck, mit dem wir seit mehr als einer Generation leben. Aber unserer Stadt ist nicht geholfen, wenn wir ihn durch einen neuen Schandfleck ersetzen, mit dem weitere Generationen leben müssen. Hier geht es nicht um Fassadengestaltung oder ein paar Bäume, sondern um Charakter und Struktur einer dauerhaften Stadtbebauung. Diese sollten wir nicht in fremde Hände geben. Was dabei herauskommt, liegt ja jetzt auf Tisch.“

Ansprechpartner: Eva Oehmichen, Thomas Gey