Gleichstellung - Bürgerforum/Grüne 2018

Direkt zum Seiteninhalt
Fraktion BÜRGERFORUM/GRÜNE Radebeul


Offener Brief an die Gleichstellungsbeauftragte von Radebeul und Coswig

Sehr geehrte Frau Gerhardt,

nachdem wir den Kalender „Frauen mischen sich ein“ erhalten und angesehen haben, sind wir erschüttert, dass Sie Frau Petra Müller, Stadträtin der NPD, in dem Kalender präsentiert haben. Dies war mit uns nicht vereinbart. Eine solche, von Ihnen als Gleichstellungsbeauftragte verantwortete Zusammenstellung von sich einmischenden Frauen empfinden wir als skandalös. Es kann nicht Ihre Aufgabe sein, Personen oder Parteien zu unterstützen, welche sich gegen den Gedanken der Gleichstellung positionieren. Damit disqualifizieren Sie sich in unseren Augen in Ihrem Amt.

Wir Stadträtinnen von Bürgerforum/ Grüne lassen uns nicht mit Mandatsträgerinnen der NPD in einer derartigen Publikation darstellen. Deshalb entziehen wir Ihnen die Verwendungsrechte für unsere Texte. Die Genehmigung zur Verwendung der Bilder war ohnehin von Ihnen noch nicht eingeholt worden. Auch dieses Recht würden wir Ihnen unter den genannten Umständen nicht erteilen.

Wir erwarten, dass der Kalender ohne unsere Monatsblätter und mit einer entsprechenden Klarstellung verteilt wird. Wir sind gern bereit, diesen klarstellenden Text zu formulieren.

Um für Gleichstellung zu werben, ist die NPD der völlig falsche Partner. Sie verneint demokratische Werte, z.B. die Gleichstellung aller Menschen unabhängig von deren Hautfarbe, Nationalität oder Religion. Als Gleichstellungsbeauftragte können Sie einer solchen Partei keine öffentliche Plattform bieten. Auch die Aktivitäten von Frau Müller persönlich sind keinesfalls harmlos. Über Radebeul hinaus verbreitet sie die rassistischen und menschenverachtenden Parolen ihrer Partei. Bei Demonstrationen mit antidemokratischen Zielen steht sie häufig in der ersten Reihe.

Wir Stadträtinnen von Bürgerforum/Grüne im Radebeuler Stadtrat wenden uns entschieden und konsequent gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, wie die NPD sie propagiert, z.B. auch in der aktuellen Asyldebatte gegenüber Menschen, die aus Kriegsgebieten fliehen müssen, um zu überleben. Mit ihren Kampagnen fördert die NPD sowohl auf den Straßen als auch über soziale Netzwerke immer wieder Gewalt gegen Asylsuchende oder auch Menschen mit alternativen Lebensentwürfen.

Wir sind der Auffassung, dass weder Sie als Gleichstellungsbeauftragte noch die Stadtverwaltung die NPD bei ihren Versuchen, sich den Deckmantel der Normalität überzustreifen, unterstützen dürfen.

Mit freundlichen Grüßen

Eva Oehmichen
Christine Renger
Zurück zum Seiteninhalt